Ab dem 16. Juli 2026 melden russische iPhone-Nutzer massenhaft, dass der App Store nicht verfügbar ist. Laut dem internationalen Projekt OONI ist der Anteil an anomalen Verbindungen zu Apple-Ressourcen in Russland auf 37–39% gestiegen, während er für die offizielle Website des Unternehmens über 65% liegt. Der Service «Ausfall.rf» registriert täglich Hunderte von Beschwerden — aus Moskau, St. Petersburg, der Region Rostow, Udmurtien und anderen Regionen.
Am Morgen des 20. Juli hat sich die Situation nicht geändert. Stabiler Zugang zum App Store ist nur über VPN möglich — und Ausfälle werden sogar bei denen registriert, die sich im Ausland mit aktiviertem russischem VPN befinden. Die offizielle Apple-Website kann ebenfalls nicht ohne Umgehung von Sperren seit Mitte Juli geöffnet werden.
Roskomnadzor bestreitet jegliche Einschränkungen. Allerdings ergibt sich eine bezeichnende Chronologie der Ereignisse: Ende Juni hat Apple ohne Vorwarnung die Apps VK und den Messenger MAX aus dem russischen App Store entfernt. Als Antwort stellte die FAS ein Ultimatum — bis zum 15. Juli sollte RuStore vorinstalliert werden, die entfernten Apps zurückgebracht und die russische Suche standardmäßig aktiviert werden. Apple ignorierte die Frist. Bereits am nächsten Tag, dem 16. Juli, begannen massenhafte Ausfälle.
Das Unternehmen steht nun vor einer Strafe von bis zu 4 Milliarden Rubel und der Drohung eines vollwertigen Kartellverfahrens. Das Ministerium für digitale Entwicklung diskutiert offen über Gegenmaßnahmen. Es gibt nach wie vor keine direkten Beweise für eine gezielte Blockade — offiziell handelt es sich um «technische Störungen bei einzelnen Anbietern». Aber fünf Tage zunehmender Ausfälle unmittelbar nach Ablauf der FAS-Frist lassen wenig Raum für Zufälle.
Die Entscheidung im Konflikt zwischen Apple und den russischen Regulierungsbehörden steht noch aus — und von ihr hängt ab, ob der App Store für Millionen von iPhone-Besitzern in Russland zugänglich bleibt.
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